Indonesiens Massenmord 1965-66

Eine Analyse der politischen Berichte vom österreichischen Botschafter Friedrich von Hohenbühel im internationalen Kontext

1. Oktober 1965: Sechs Generäle und ein Leutnant werden in Jakarta, Indonesien, entführt, auf grausame Weise ermordet und in einen Brunnen im Ort Lubang Buaya („Krokodilsloch“) geworfen. Die Täter selbst, ebenfalls vom Militär, nannten sich die Bewegung 30. September. Angeführt wurden sie dabei von Oberstleutnant Untung, Chef der Leibgarde von Präsident Sukarno. Sie handelten nach eigenen Angaben, um einem Putsch rechter Generäle gegen das damalige Staatsoberhaupt zuvorzukommen. Wer hinter dieser geheim geplanten Operation steckte war zu diesem Zeitpunkt noch unklar. Was aber folgte, war die Machtergreifung der Landstreitkräfte unter der Führung von General Suharto, welcher die Kommunistische Partei von Indonesien (PKI) für die Tat verantwortlich machte. In den darauffolgenden Wochen und Monaten kam es zu einem der furchtbarsten Verbrechen des 20. Jahrhunderts. All diejenigen, die verdächtigt wurden, Mitglieder oder SympathisantInnen der PKI zu sein, wurden verfolgt, verhaftet, gefoltert oder getötet. Ab Oktober 1965 kam es auf den unterschiedlichen Inseln (allen voran Java und Bali) zu einer regelrechten Menschenjagd. Die genauen Opferangaben sind bis heute nicht ganz geklärt. Schätzungen liegen dabei zwischen 500.000 bis zu einer Million Opfern.

Viele Hintergründe der Machtergreifung von General Suharto sind unklar. Mein Interesse galt daher herauszufinden, welche Informationen die österreichische Regierung und der österreichische Botschafter in diesem Zeitraum hatten. Zudem wollte ich wissen, welche Rolle die internationale Gemeinschaft im politischen Wandel in Indonesien gespielt hat. In einem ersten Schritt wurden daher die politischen Akten vom österreichischen Botschafter DDr. Hohenbühel analysiert und diese ersten Forschungsergebnisse sollen nun zusammengefasst präsentiert werden.

Über Simon

Ich habe letztes Jahr meinen BA in Internationaler Entwicklung abgeschlossen und mich im Zuge meiner Bachelorarbeit mit Indonesien und 1965-66 auseinandergesetzt. Vor und während meines Studiums habe ich mehrere Jahre in Indonesien studiert (zwei Jahre Universitas Negri Yogyakarta und ein Jahr Universitas Gadjah Mada). Momentan gönne ich mir eine Auszeit um mich mit dem Thema intensiver auseinanderzusetzen, bevor ich im Herbst meinen MA in Internationaler Entwicklung fortsetzen möchte.

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