Die Ambivalenzen der türkischen Feminismen

Eine Analyse aus postkolonial-feministischer Perspektive.

Oder: Was kann postkoloniale Theorie in einer postkolonialen Forschungspraxis bedeuten?

Die Wahrnehmung türkischer Frauen ist in westlichen Debatten und Darstellungen sehr häufig von Stereotypen und Vorurteilen geprägt. Nur selten werden die Kämpfe türkischer Frauen für ihre sozialen, politischen und ökonomischen Rechte sichtbar gemacht. Genauso wenig ist über die Konfliktlinien und Gemeinsamkeiten unterschiedlicher frauenbewegter und feministischer Gruppen in der Türkei bekannt, sowohl historisch, als auch gegenwärtig.

Im Rahmen ihrer Diplomarbeit nutzte die Autorin eine postkoloniale Forschungsperspektive, um eine gänzlich andere Geschichte der Kämpfe türkischer Frauen und Feministinnen nachzuzeichnen, nämlich eine, die sie als Akteurinnen mit Handlungsmacht sichtbar macht. Die zentrale Frage lautete: Welches Mosaik von türkischen Frauenbewegungen und Feminismen lässt sich erkennen, wenn bewusst auf die Literatur westlicher Autor_innen verzichtet, die Literatur in Absprache mit türkischen Frauen ausgewählt und der eigene Standpunkt der Forscherin in jedem Schritt der Arbeit explizit mitgedacht wird?

Über Nicole

Nicole hat ihr Individuelles Diplomstudium im Fach Internationale Entwicklung an der Universität Wien im Juli 2013 mit Auszeichnung abgeschlossen. Danach war sie bis September 2015 als wissenschaftliche Mitarbeiterin für Entwicklungspolitik im Landtag Nordrhein-Westfalen tätig. Gleichzeitig engagierte sie sich ehrenamtlich im Eine Welt Forum Düsseldorf e.V. sowie als Flüchtlingspatin bei der Diakonie Düsseldorf e.V. Von Oktober 2015 bis Januar 2016 war sie Stipendiatin im Shortcuts-Programm für Nachwuchswissenschaftlerinnen der Bielefeld Graduate School in History and Sociology. Aktuell arbeitet sie an ihrer Dissertation zum Thema Cybergewalt gegen Frauen aus intersektionaler Perspektive und baut eine Promovierendengruppe in Nordrhein-Westfalen für das Netzwerk Arbeiterkind.de auf. Über Ihre Erfahrungen als Frau und Arbeiter_innenkind in der Wissenschaft schreibt sie regelmäßig auf lavidaesnoponyhof.wordpress.com.

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