Intersektionalitätsforschung

Körper(lichkeiten) und Entwicklung(sforschung) (Viktoria)

Das Institut für Internationale Entwicklung legt großen Wert auf Intersektionalität in der Entwicklungsforschung, aber nur selten wird der Identitätskategorie (Dis)Ability und gesellschaftlichen Diskriminierungsformen von Ableism Beachtung geschenkt. Im geplanten Beitrag soll die Relevanz dieser Analysekategorie für die kritische Entwicklungsforschung gezeigt werden. Mit Anlehnung an Robert McRuer werde ich eine postkoloniale QueerCrip Perspektive einnehmen und das Potential sowie die Schwächen dieser Perspektive ausführen und ihre Anwendbarkeit im Bereich der kritischen Entwicklungsforschung beleuchten.

Im Rahmen des Beitrages sollen Körper und Körperlichkeiten besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden und auch deren Rolle in der Wissensproduktion thematisiert werden. Körper(lichkeiten) werden dabei als materielle und diskursive Phänomene zugleich begriffen. Aufbauend auf das Konzept der corporeal power soll gezeigt werden, welche Relevanz (dis)ability in entwicklungspolitischen Diskursen darstellt. Dafür sollen exemplarisch Spendenwerbungen herangezogen werden. Es soll gezeigt werden, dass Othering und die Konstruktion einer „Überlegenheit der entwickelten Welt“ und eines „westlichen Wirs“ mitunter entlang der Linie abled/disabled verläuft und zugleich heteronormative Strukturen festigt.

Über Viktoria

Ich habe 2010 mit dem BA Internationale Entwicklung und dem BA Publizistik- und Kommunikationswissenschaft begonnen, gefolgt von dem MA IE. Im Laufe meines Studiums war ich als Tutorin für unterschiedliche Lehrveranstaltungen tätig und bin derzeit Studienassistentin im Bereich Entwicklungsökonomie. Mein Schwerpunkt liegt bei queerfeministischen Ansätzen, die mich immer wieder beeindrucken durch die vielseitigen Möglichkeiten intersektionaler Analysen, die sie eröffnen.

 

Cybergewalt gegen Frauen aus intersektionaler Perspektive ein Dissertationsprojekt (Nicole)

Das Internet bestimmt unser alltägliches Handeln und die Art, wie Menschen miteinander kommunizieren, immer stärker. Gleichzeitig handelt es sich beim Internet um keinen macht- und herrschaftsfreien Raum, sondern Gewalt war seit dem Beginn der Verbreitung des Internets ein zentraler Bestandteil der Interaktion im Cyberspace. Das Ausmaß von Cybergewalt hat in den vergangenen Jahren nochmal deutlich zugenommen und insbesondere Frauen sind von Cybergewalt betroffen. Das geplante Promotionsprojekt möchte der Frage nachgehen, ob es sich bei Cybergewalt gegen Frauen nicht nur um eine geschlechterbasierte Form von Gewalt handelt, sondern ob und wenn ja welche anderen sozialen Unterdrückungskategorien eine zentrale Rolle spielen, also ob Cybergewalt auch intersektional gedacht werden muss. Beispielhafte Fragestellungen in diesem Kontext sind: Ist eine schwarze Politikerin in der gleichen Weise von Cybergewalt betroffen wie eine jüdische und lesbische Bloggerin? Werden beide aufgrund ihres Geschlechts zu Betroffenen oder erst aufgrund der konkreten Überschneidungen unterschiedlicher Differenzkategorien? Aufbauend auf den Ergebnissen der Arbeit sollen Handlungsempfehlungen für Politik und Gesellschaft formuliert werden.

Über Nicole

Nicole hat ihr Individuelles Diplomstudium im Fach Internationale Entwicklung an der Universität Wien im Juli 2013 mit Auszeichnung abgeschlossen. Danach war sie bis September 2015 als wissenschaftliche Mitarbeiterin für Entwicklungspolitik im Landtag Nordrhein-Westfalen tätig. Gleichzeitig engagierte sie sich ehrenamtlich im Eine Welt Forum Düsseldorf e.V. sowie als Flüchtlingspatin bei der Diakonie Düsseldorf e.V. Von Oktober 2015 bis Januar 2016 war sie Stipendiatin im Shortcuts-Programm für Nachwuchswissenschaftlerinnen der Bielefeld Graduate School in History and Sociology. Aktuell arbeitet sie an ihrer Dissertation zum Thema Cybergewalt gegen Frauen aus intersektionaler Perspektive und baut eine Promovierendengruppe in Nordrhein-Westfalen für das Netzwerk Arbeiterkind.de auf. Über Ihre Erfahrungen als Frau und Arbeiter_innenkind in der Wissenschaft schreibt sie regelmäßig auf lavidaesnoponyhof.wordpress.com.

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